Ziergräser erfreuen sich seit einigen Jahren wachsender Beliebtheit – sowohl in privaten Gärten als auch im öffentlichen Raum. Die große Vielfalt an Arten mit unterschiedlichen Wuchshöhen, Blattformen und Blütenständen macht sie zu äußerst vielseitigen Gestaltungselementen. Sie lassen sich problemlos in moderne, natürliche oder klassische Gartenkonzepte integrieren. Doch welche Ziergräser sollte man wählen und worauf kommt es bei Pflanzung und Pflege an?

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Pflanzen von Ziergräsern?
Der ideale Zeitpunkt, um Ziergräser ins Freiland zu pflanzen, ist das frühe Frühjahr, sobald keine starken Fröste mehr zu erwarten sind. In dieser Phase können ältere Pflanzen auch problemlos geteilt oder an einen neuen Standort umgesetzt werden.
Ziergräser gelten allgemein als pflegeleicht und stellen nur geringe Ansprüche an den Boden. Dennoch empfiehlt es sich, frisch gepflanzte Exemplare mit einem mineralischen Mehrnährstoffdünger speziell für Gräser zu versorgen. In den Folgejahren wird die Düngung im März oder April wiederholt, meist in einer etwas reduzierten Dosierung.
Wo kauft man Ziergras-Setzlinge für den Garten?
Die große Auswahl an Arten und Sorten mit unterschiedlichen Standort- und Bodenansprüchen kann die Entscheidung erschweren. Am einfachsten ist der Kauf in spezialisierten Gartencentern oder Baumschulen, wo man die Pflanzen direkt vergleichen und fachkundige Beratung erhalten kann.
Viele Händler ermöglichen zudem eine Online-Abfrage der Pflanzenverfügbarkeit. Wer wenig Zeit hat, kann Ziergräser auch bequem im Onlinehandel bestellen und sich die Setzlinge direkt nach Hause liefern lassen.
Hohe Ziergräser – eindrucksvolle Blickfänge im Garten
Hohe Ziergräser erreichen je nach Art eine Wuchshöhe von mindestens 150 cm. Sie eignen sich hervorragend als Solitärpflanzen, zur Bepflanzung von Teichrändern oder als natürlicher Sichtschutz.
Besonders imposant ist das Pampasgras, eine winterharte, mehrjährige Pflanze, die während der Blütezeit bis zu zwei Meter hoch werden kann. Es bevorzugt einen nährstoffreichen, feuchten und durchlässigen Boden. Die dekorativen, fedrigen Blütenstände erscheinen in Weiß, Creme oder Rosa und bleiben oft bis in den Winter hinein attraktiv.
Sehr beliebt sind auch Chinaschilf-Arten (Miscanthus), die in zahlreichen Sorten erhältlich sind. Einige Beispiele:
- Variegatus – selten blühend, dafür mit weiß gerandeten Blättern; bis zu 2 m hoch
- Rotfeder – schmale grüne Blätter und rötlich-braune Blütenstände
- Malepartus – frühblühend mit rosafarbenen Rispen; Herbstfärbung in Gelb- und Rottönen
Eine interessante Alternative für naturnahe oder kiesbetonte Gärten ist das Reitgras. Es bildet dichte Horste und kann während der Blütezeit sogar Höhen von bis zu 250 cm erreichen. Sorten wie Transparent oder Karl Foerster zeichnen sich durch elegante, luftige Blütenstände aus.
Wer vor allem Wert auf dekorative Blätter legt, trifft mit dem Rohrglanzgras Ely eine gute Wahl. Die hellgrünen Blätter mit weißem Rand wirken sehr frisch, auch wenn die Pflanze in mitteleuropäischem Klima nur selten blüht.
Niedrige Ziergräser – ideal für Beete und Steingärten
Niedrig wachsende Ziergräser eignen sich hervorragend für Rabatten, Steingärten, Beeteinfassungen oder die Kultur in Töpfen. Viele dieser Arten sind wintergrün und sorgen das ganze Jahr über für Struktur im Garten.
Besonders beliebt sind Schwingel-Arten (Festuca), die trockene und sonnige Standorte bevorzugen. Sie sind anspruchslos und pflegeleicht. Empfehlenswerte Sorten sind unter anderem:
- Eisvogel – silbrig-blaues Laub, winterhart, ca. 20 cm hoch
- Pic Carlit – sehr kompakte, grüne Polster, langsam wachsend
- Golden Toupee – gelbgrüne, buschige Horste, 20–25 cm hoch
Für zusätzliche Farbe sorgen Gräser wie:
- Imperata ‘Red Baron’ – rote Blattspitzen, im Herbst intensiv purpurfarben
- Butelua gracilis – zierliche Pflanze mit cremeweißen, waagerecht stehenden Ähren
- Japanisches Lampenputzergras ‘JS Jommenik’ – kompakte Form mit dekorativen, flauschigen Blütenständen
Ziergräser für schattige Standorte
Nicht alle Ziergräser benötigen volle Sonne. Für schattige oder halbschattige Bereiche eignen sich besonders Japanische Seggen, zum Beispiel:
- Snowline – dunkelgrüne Blätter mit weißem Rand, ca. 35 cm hoch
- Jenneke – cremeweiße Blätter mit grünem Saum
- Vanilla Ice – wintergrün, breite Horste, auffällige Blütenstände
In feuchten, schattigen Gartenbereichen bewährt sich auch das Haar-Hainsimse, das dichte, niedrige Polster bildet und ganzjährig attraktiv bleibt.
Für feuchte Standorte, etwa an Teichen, ist das Rohrglanzgras eine gute Wahl. Besonders dekorativ sind Sorten mit gestreiften Blättern und goldbraunen Blütenrispen.
Rückschnitt und Pflege von Ziergräsern
Das zeitige Frühjahr ist der richtige Moment, um Ziergräser zurückzuschneiden. Der Schnitt erfolgt, sobald sich im Inneren der Horste neue Triebe zeigen. Junge Pflanzen werden auf etwa 10 cm, ältere auf rund 20 cm Höhe eingekürzt.
Arten wie Chinaschilf, Lampenputzergras, Rutenhirse, Reitgras oder Pampasgras sollten jährlich geschnitten werden. Immergrüne Gräser wie Schwingel oder Seggen benötigen hingegen keinen Rückschnitt – hier reicht es aus, abgestorbene Halme auszukämmen und braune Blattspitzen zu entfernen.


